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Erste Hilfe am Hund
BISSVERLETZUNG
Tiefe Bißwunden erfordern den Einsatz von Antibiotika,
da Gefahr einer Entzündung droht. Entfernen Sie zunächst mit einer Schere das
Fell in der Umgebung der Wunde. Die betroffene Region vorsichtig mit warmem
Wasser und einem milden Desinfektionsmittel befeuchten. Wasserlösliches Gel
auftragen. Falls eine oberflächliche Bißwunde vorliegt, den verletzten
Bereich mit einer antiseptischen Creme bestreichen.
BLUTENDE PFOTEN
Schneiden Sie eine kleine Baumwollsocke passend
zurecht, die Sie mit selbstklebenden Verband befestigen, oder ziehen Sie ein
Band durch zwei Löcher rechts und links ab oberen Sockenrand und binden Sie sie
über dem Nacken des Tieres fest. So hilft kein lecken und kratzen vom
Tier diesen "Verband" zu entfernen.
STARK BLUTENDEN VERLETZUNGEN
Bei einer stark blutsprudelnden Schnittverletzung,
binden Sie die Pfote oberhalb der Verletzung mit einem sauberen Tuch ab, ohne
vorher zu reinigen und sofort zum Tierarzt. Eine Pfote sollte nicht länger als
10 Minuten abgebunden sein, der Schaden am Tier kann größer sein, als wenn
mehr Blut verloren geht. Ist es eine sickernde Blutung, hilft ein Druckverband
über die Runden, bis Sie beim Tierarzt sind.
HITZSCHLAG
Ist Ihr vierbeiniger Freund in der prallen Sonne
gelegen und beginnt schnell und kurz zu atmen, hat einen Schüttelfrost,
Krämpfe oder ist bewußtlos, so sind das Anzeichenfür einen Hitzschlag. Legen
Sie ihn sofort in den Schatten, und besprühen Sie ihn mit kaltem Wasser
(Wäschespritze). Wickeln Sie ihn anschließend in ein naßkaltes Tuch,
eine Decke, und fahren Sie zum Tierarzt.
SCHOCK
Unsere Vierbeiner können auf eine Gewalteinwirkung,
dazu kann auch ein Insektenstich gehören mit einem Schock reagieren. Ihr
Tier ist schwach und legt sich hin. Das Tier fühlt sich kalt an, der Atem und
der Puls gehen sehr schnell. Blasses Zahnfleisch und Augenbindehäute sind
Symptome. Wickeln Sie den Hund zur Erhaltung der Körpertemperatur in eine
warme Decke ein, dabei den Kopf freilassen, legen Sie es in Seitenlage .
Eventuell sollte die Zunge herausgezogen werden, um die Atmung zu erleichtern.
Fahren Sie sofort zum Tierarzt.
PULSZÄHLEN
Schwer den Puls am Tier an der großen
Oberschenkelarterie richtig zu messen! Stattdessen zählen Sie die Herzschläge.
Legen Sie Ihre Hand auf die Brust des Tieres unter das linke
Ellbogengelenk. Nun sucht Ihre Hand so lange, bis Sie den Herzschlag spüren.
Zählen Sie die Schläge 20 Sekunden lang, und multiplizieren Sie sie dann mit
drei. Wenn Sie z.B. in den 20 Sekunden 40 Schläge gezählt haben, hat der Hund
einen Pulsschlag von 120 in der Minute. Der normale Pulsschlag beträgt 108 bis
132 Schläge pro Minute.
ERBRECHEN UND / ODER DURCHFALL
Häufiger
Stuhlgang. Der Kot ist sehr weich und flüssig und hat oft
einen sehr unangenehmen Geruch. Spannungsgefühl im Unterleib.
24 Stunden nicht füttern, aber für reichlich
Trinkwasser sorgen. Wenn das Tier keinen Stuhlgang mehr hat
oder der Kot wieder fester wird, geben Sie dem Tier
kleine Protionen (etwas 1/4 der normalen
tägl. Futtermenge) gedünstetes Hühnerfleisch oder
Fisch. Nach drei Tagen mit normalem Stuhlgang können Sie
wieder normal füttern. Wenn der Durchfall länger als 24
Stunden anhält, das Tier teilnahmslos ist, zusätzlich
erbricht. Bringen Sie sie zu Ihrem Tierarzt, möglichst
mit einer Stuhlprobe zur Untersuchung.
FIEBERMESSEN
Die normale Temperatur eines hundes liegt bei 38/39
Grad Celsius. Liegt die Körpertemperatur über oder und diesen Werten,
suchen Sie einen Tierarzt auf. Lassen Sie Ihr Tier von einer anderen Person
festhalten. Wehrt sie sich dennoch, sollten Sie das Fiebermessen
unterlassen, da ernsthafte Komplikationen die Folge sein könnten.
Ansonsten benutzen Sie ein bruchsicheres elektrisches Thermometer.
Cremen Sie das Thermometer mit einer neutralen Salbe wie z.B. Vaseline ein.
Führen Sie das Thermometer langsam und vorsichtig ca. 5 cm in den After
des Tieres ein. Solange das Thermometer im After des Tieres steckt,
halten Sie es bitte fest. Lassen Sie es ungefähr 60 Sekunden
stecken.
FLOHBISS Sie erkennen
einen Flohbefall beim Kämmen des Felles durch kleine
schwarze Pünktchen, rußartigen Partikeln. Stetiges
kratzen ist die Folge. Die Flöhe selbst sind selten zu
sichten, da sie nur zum Blutsaugen das Tier aufsuchen. Deshalb
ist beste Vorbeugung gegen Flöhe das Tragen eines
Ungezieferhalsbandes. Bei Befall desinfizieren Sie die
gesamte Umgebung, die Parasiten können vier Monate in
Fugen und Ritzen ohne Nahrungsaufnahme überleben. Über
den Tierarzt sollten Sie Futter mit Medikamenten
anreichern, das Ihr Tier von Flöhen befreit. Diese
medikamentöse Maßnahme muß in gewissem Abstand erneut
erfolgen, weil sonst ein Neubefall nach vier Monaten
erfolgt. Es gibt Hilfe, spechen Sie also mit Ihrem Tierarzt.
HERZMASSAGE
Das
Tier liegt auf der rechten Seite. Legen Sie den Daumen einer
Hand im Bereich zwischen der dritten und sechsten
Rippe hinter dem linken Ellbogen auf eine Brustseite, die
Finger auf die andere Brustseite.Mit den Fingerspitzen
üben Sie eine leichte Druckmassage aus.
Wiederholen Sie die Massage etwa zehnmal. Auch nach
dem Einsetzen von Herz- und Pulsschlag muß das
Tier weiter beobachtet werden. Setzen Herz- und
Pulsschlag nicht ein, muß die oben beschriebene
Herzmassage fortgesetzt werden, und zwar zehnmal
pro Minute, d.h. alle sechs Sekunden müssen zehn
Kompressionen erfolgen. Nach dem Wiedereinsetzen von
Herz- und Pulsschlag muß das Tier weiterhin beobachtet
werden. Gibt es nach 10 Minuten Massage immernoch keine
Anzeichen von wiedereinsetzender Herztätigkeit, kann man
davon ausgehen, daß es nicht mehr lebt.
INSEKTENSTICHE
Vom
Stich eines Insektes ins Maul oder in den Rachen, herrscht
durch starkes Anschwellen Erstickungsgefahr. Flößen Sie dem
Tier Eiswasser ein, oder geben Sie einen Eiswürfel in das
Maul. Und Kühlung von außen. In jedem Fall fahren Sie sofort
zum Tierarzt. Falls möglich, Stachel mit Pinzette unter
Zuhilfenahme einer Lupe entfernen. Ist das Tier in die Pfote
gestochen worden, machen Sie naßkalte Umschläge, um
denJuckreis und eventuelle Schwellungen zu mildern.
MEDIKAMENTENEINNAHME
Nehmen Sie dazu den Oberkiefer zwischen die Finger und
den Daumen . Das Maul mit dem Daumen öffnen und dabei den Kopf leicht nach
oben beugen. Mit der anderen Hand die Flüssigkeit aus einer Plastikspritze
langsam auf die Zunge träufeln, oder von der Seite zwischen den Zähnen
ins Maul spritzen. Den Kopf noch leicht nach oben halten und mit der
anderen Hand den Kehlkopf leicht streicheln, so wird das Medikament
geschluckt. Erst dann den Kopf loslassen.
VERGIFTUNGEN
Durch Chemikalien, Pflanzen oder Schlangenbiß,
vergiftetes Beutetier, giftige Substanzen auf dem Fell oder vergiftete
Nahrung. Soweit möglich, dem Tierarzt eine Probe des Giftes zur
Identifizierung der Vergiftungsart geben. Allgemeine Vergiftungszeichen
sind Bauchschmerzen, Speicheln, Erbrechen, evtl. mit Beimengung von Blut,
Teilnahmslosigkeit, Durchfall, Verätzungen im Bereich vom
Maul, Hautrötungen, unsicherer Gang, Zuckungen.
1. Bringen Sie das Tier zum Erbrechen......
nur bei bestimmten Giftarten, vorausgesetzt der Hund ist bei Bewußtsein
und kann erbrechen. Ist das Tier bewußtlos oder stark benommen, atmet es
vielleicht einen Teil des Erbrochenen in die Lungen ein und erstickt daran
oder bekommt durch das Verschluckte eine Lungenentzündung. Verabreichen
Sie etwas 3 Teelöffel Salz in einer halben Tasse warmen Wasser auflösen
und dem Tier 10 bis 20 ml (2 bis 4 Teelöffel) davon eingeben.
2. Das Tier waschen
Sind Haut und Fell durch eine giftige Substanz verunreinigt, waschen Sie es
mit warmem Wasser und Seife und spülen es mehrmals mit warmen Wasser
aus.
3. Geben Sie dem Tier Wasser......
nur bei bestimmten Giftarten erforderlich bzw. erlaubt. Hat der Hund Gift
geschluckt, so muß er reichlich Wasser trinken. Bei Säure verabreichen Sie,
sofern vorhanden, eine Sodiumbikarbonatlösung (Backpulver). Bei Kerosin-
oder Phenolvergiftungen ist die orale Eingabe von 2 Teelöffeln Olivenöl
zu empfehlen. Als vorbeugende Maßnahme gilt: Halten Sie alle Gifte aus der
Reichweite von Tieren.
WIEDERBELEBUNG - ATMUNG (MUND-ZU-NASE)
UND HERZSCHLAG (HERZMASSAGE)
Mit einer Person: Zehn Herzkompressionen, danach
zwei Mund-zu-Nase-Beatmungen durchführen. Diese
Kombination etwas zehnmal pro Minute wiederholen, d.h. alle sechs Sekunden
ein Ablauf. Überprüfen Sie, ob Fremdkörper oder Speisereste in Mund und
Nase des Tieres die Luftzufuhr blockieren. Erbrochenes o.ä. lassen sich mit
Hilfe folgender Methode entfernen: An den Hinterbeinen hochhalten und
fünf-bis sechsmal schütteln. Das Tier auf die rechte Seite legen, Kopf
und Hals strecken, Maul geschlossen halten Aus Hygienegründen ein
Tuch über die Nase des Tieres legen Nehmen Sie die Nase des Tieres in den
Mund, und atmen Sie schnell fünf-bis sechsmal in die Nase, mit
kurzen leichten Atemstößen. Nach Wiedereinsetzen der
Atmung das Tier weiter beobachten Sollte die Atmung nicht wieder einsetzen,
fahren Sie mit den Mund-zu-Nase-Beatmung fort, mit jeweils
einem Atemzug alle drei Sekunden, d.h. 20 Atemzüge pro
Minute. Wiederholen, bis die Atmung wieder einsetzt. Das Tier danach weiter
beobachten. Setzt nach zehn Minuten die Atmung nicht wieder ein, bei
Blauverfärbung von Zahnfleisch und Zunge, bei Pupillenerweiterung oder
wenn eine Berührung der Augenoberfläche keinerlei Reaktion hervorruft,
ist davon auszugehen, daß das Tier nicht mehr lebt.
ZECKENBISS
Zecken
gehören zu den Parasiten. Sie beißen sich zum
Blutsaugen in der Haut fest. Bei der Fellpflege wird
dann oftmals der Kopf der Zecke abgebissen und die Stelle
entzündet sich oder kann Borreliose übertragen. Untersuchen
Sie das Fell nach jedem Freilauf. Findet sich ein Schmarotzer,
so drehen Sie ihn mit einer Pinzette oder speziellen
Zeckenzange aus der Haut. Mein Tip: Träufeln Sie vorher einen
unverdünnten Tropfen Flohshampoo auf die befallene Stelle,
das nimmte der Zecke die Luft zu Atmen und so trennte sie sich
leichter von ihrem "Mahl".Vorbeugend wirkt ein
kombiniertes Floh-und Zeckenhalsband.
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